Schlafapnoe ist eine ernst zu nehmende Schlafstörung, bei der die Atmung im Schlaf wiederholt für mehrere Sekunden – manchmal bis zu einer Minute – aussetzt. Der Begriff stammt aus dem Griechischen: Apnoe bedeutet Atemlosigkeit. Diese Atemaussetzer können sich in einer einzigen Nacht dutzende oder sogar hunderte Male wiederholen, ohne dass die betroffene Person es bewusst wahrnimmt. Das Ergebnis ist ein Schlaf, der in seiner Struktur massiv gestört ist – selbst wenn man vermeintlich die ganze Nacht durchgeschlafen hat.
Welche Arten von Schlafapnoe gibt es?
Die häufigste Form ist die obstruktive Schlafapnoe. Dabei erschlafft die Muskulatur im Rachenraum während des Schlafs so stark, dass die Atemwege sich verengen oder vollständig verschließen. Der Körper registriert den Sauerstoffmangel, löst eine kurze Weckreaktion aus – die sogenannte Arousal – und die Atmung setzt wieder ein. Diese Weckreaktionen sind meist so kurz, dass man sich morgens nicht daran erinnert, aber sie unterbrechen die Schlafarchitektur nachhaltig und verhindern erholsame Tiefschlaf- und REM-Phasen.
Die seltenere zentrale Schlafapnoe entsteht nicht durch eine mechanische Verengung, sondern weil das Gehirn die Atemmuskulatur vorübergehend nicht korrekt ansteuert.
Woran erkenne ich Schlafapnoe?
Das Tückische an Schlafapnoe ist, dass sie sich dem Betroffenen selbst oft verbirgt. Typische Hinweise sind lautes, unregelmäßiges Schnarchen mit hörbaren Aussetzern – häufig zuerst vom Partner bemerkt – sowie ausgeprägte Tagesmüdigkeit trotz ausreichend langer Schlafdauer, morgendliche Kopfschmerzen, Konzentrationsprobleme und Reizbarkeit. Wer trotz acht Stunden Schlaf dauerhaft erschöpft aufwacht, sollte Schlafapnoe als mögliche Ursache in Betracht ziehen.
Welche Risikofaktoren gibt es?
Übergewicht ist der häufigste Risikofaktor, da überschüssiges Gewebe im Rachenbereich die Atemwege einengt. Weitere Faktoren sind männliches Geschlecht, zunehmendes Alter, Alkoholkonsum am Abend, Rauchen und eine genetisch bedingte Anatomie des Rachenraums. Schlafapnoe ist keine seltene Erkrankung – Schätzungen zufolge ist ein erheblicher Teil der Bevölkerung betroffen, viele davon undiagnostiziert.
Was tun bei Verdacht auf Schlafapnoe?
Schlafapnoe sollte ärztlich abgeklärt werden – am besten durch eine Untersuchung im Schlaflabor oder mit einem ambulanten Schlafmessgerät. Die häufigste Behandlung ist die CPAP-Therapie, bei der eine Maske nachts einen leichten Überdruck in den Atemwegen hält und so das Zusammenfallen verhindert. Bei leichten Fällen können auch Unterkieferschienen oder eine Gewichtsreduktion wirksam sein. Unbehandelte Schlafapnoe erhöht langfristig das Risiko für Bluthochdruck, Herzerkrankungen und Schlaganfall.
Verwandte Begriffe
- Schlafarchitektur – wie Schlafapnoe den Schlaufbau zerstört
- Tiefschlaf – die Phase, die durch Atemaussetzer besonders leidet
- REM-Schlaf – ebenfalls stark beeinträchtigt bei Schlafapnoe
- Insomnie – eine häufige Begleiterkrankung
- Schlafzyklus – warum Atemaussetzer die gesamte Nachtstruktur stören
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